Für das Ranking ist es egal, ob deine Website mit oder ohne www erreichbar ist. Google behandelt beide Varianten als eigene Hostnamen, deshalb musst du dich für eine entscheiden und die andere per 301 dorthin weiterleiten. Ohne www ist kürzer, mit www ist technisch etwas flexibler beim DNS.
Die Frage „www oder ohne www“ wird in Foren gern mit Inbrunst diskutiert, als ginge es um Rankings. Geht es nicht. Ich habe Websites in beide Richtungen umgestellt und nie einen Unterschied gesehen, der sich auf die drei Buchstaben zurückführen ließe. Was wirklich Rankings kostet, ist der Fall, in dem sich niemand entschieden hat und beide Varianten parallel laufen.
www oder ohne www: was Google dazu sagt
Für Google sind www.beispiel.de und beispiel.de zwei verschiedene Hostnamen. Liefern beide dieselbe Seite aus, sind das Duplikate, und Google wählt nach seinen Regeln zur Kanonisierung selbst eine Version aus. Eine Strafe gibt es dafür nicht, aber du gibst die Entscheidung aus der Hand, und Backlinks können sich auf zwei Adressen verteilen.
Eine Präferenz für eine der beiden Varianten hat Google nie geäußert. Die Aufgabe ist also nur: eine wählen, die andere per 301 weiterleiten, überall konsistent verlinken. Wie die Weiterleitung technisch funktioniert, steht ausführlich im Ratgeber zur 301-Weiterleitung.
Domain ohne www: Vor- und Nachteile im Vergleich
Wenn es SEO-seitig egal ist, entscheiden technische Details und Geschmack:
| Kriterium | mit www | ohne www |
|---|---|---|
| Länge, Optik | länger | kürzer, wirkt moderner |
| CNAME auf CDN oder Plattform | auf www problemlos | auf der Wurzel nicht erlaubt, nur per ALIAS/Flattening |
| Gewohnheit | Nutzer tippen es oft trotzdem | Nutzer tippen es selten |
| Ranking | kein Unterschied | kein Unterschied |
Der CNAME-Punkt ist der einzige, der in der Praxis wirklich weh tun kann. Laut DNS-Standard darf auf der Domain-Wurzel kein CNAME stehen, weil dort auch SOA- und NS-Einträge liegen. Plattformen, die dir nur einen Hostnamen zum Verweisen geben, funktionieren mit www deshalb einfacher. Viele DNS-Anbieter lösen das mit ALIAS-Einträgen oder CNAME-Flattening, das ist aber eine Erweiterung des Anbieters und kein Standard.
Meine Empfehlung: Bestehende Websites behalten ihre Variante. Ein Wechsel ist ein kleiner Umzug ohne SEO-Gewinn. Bei neuen Projekten nehme ich meist die Variante ohne www, solange der Hoster A- und AAAA-Einträge für die Wurzel unterstützt.
Zuerst prüfen: Ist deine Domain mit und ohne www erreichbar?
Bevor du etwas einrichtest, schau dir den Ist-Zustand an. Zuerst DNS:
dig +short beispiel.de A
dig +short www.beispiel.de A
203.0.113.10
beispiel.de.
203.0.113.10
Die zweite Abfrage liefert hier zuerst den CNAME beispiel.de. und dann die aufgelöste Adresse. Beide Namen sind erreichbar. Dann die Statuscodes für alle vier Kombinationen:
for u in http://beispiel.de http://www.beispiel.de https://beispiel.de https://www.beispiel.de; do
printf '%-28s ' "$u"; curl -s -o /dev/null -w '%{http_code} %{redirect_url}\n' "$u/"
done
http://beispiel.de 301 https://beispiel.de/
http://www.beispiel.de 301 https://beispiel.de/
https://beispiel.de 200
https://www.beispiel.de 301 https://beispiel.de/
So sieht es richtig aus: genau eine Variante mit 200, alle anderen mit einem einzigen 301 direkt dorthin. Steht bei zwei Zeilen eine 200, hast du doppelte Inhalte.
www auf ohne www umleiten: nginx und Apache
Für nginx brauchst du einen eigenen Block, der nur die Nebenvariante bedient:
server {
listen 80;
listen [::]:80;
server_name beispiel.de www.beispiel.de;
return 301 https://beispiel.de$request_uri;
}
server {
listen 443 ssl;
listen [::]:443 ssl;
server_name www.beispiel.de;
ssl_certificate /etc/letsencrypt/live/beispiel.de/fullchain.pem;
ssl_certificate_key /etc/letsencrypt/live/beispiel.de/privkey.pem;
return 301 https://beispiel.de$request_uri;
}
Der Hauptblock mit server_name beispiel.de; und listen 443 ssl; liefert dann die eigentliche Website aus. Der erste Block erledigt http für beide Namen in einem Schritt, damit keine Kette über https://www. entsteht.
In der .htaccess bei Apache sieht dieselbe Logik so aus:
RewriteEngine On
RewriteCond %{HTTP_HOST} ^www\.beispiel\.de$ [NC,OR]
RewriteCond %{HTTPS} off
RewriteRule ^(.*)$ https://beispiel.de/$1 [R=301,L]
Die Regel greift, wenn der Host mit www beginnt oder die Verbindung unverschlüsselt ist, und schickt beides in einem einzigen Schritt auf https://beispiel.de. Willst du umgekehrt auf www, tauschst du Bedingung und Ziel. Hinter manchen Proxys meldet %{HTTPS} immer „off“, dann führt die Regel zur Endlosschleife. In dem Fall prüfst du stattdessen %{HTTP:X-Forwarded-Proto}.
Weiterleitung bei Cloudflare
Bei Cloudflare geht es ohne Server-Konfiguration über eine Single Redirect Rule:
- Ausdruck:
http.host eq "www.beispiel.de" - Aktion: URL-Weiterleitung, Typ Dynamic,
concat("https://beispiel.de", http.request.uri.path) - Status 301, Query-String beibehalten
Der DNS-Eintrag für www muss auf „Proxied“ (orange Wolke) stehen, sonst sieht Cloudflare die Anfrage nie.
Wechsel zwischen www und ohne www bei bestehender Website
Manchmal ist der Wechsel trotzdem nötig, etwa weil ein neuer Hoster für die Wurzel keinen CNAME erlaubt oder weil eine Plattform nur www anbinden kann. Dann behandelst du ihn wie einen kleinen Umzug. Jede URL bekommt eine 301-Weiterleitung auf exakt dieselbe Seite unter dem neuen Hostnamen, nicht nur die Startseite. Die interne Verlinkung stellst du am selben Tag um, damit Googlebot nicht dauerhaft durch Weiterleitungen läuft.
Rechne in den ersten Wochen mit leichten Schwankungen, weil Google die URLs neu crawlen muss. Bei einer kleinen Website mit ein paar hundert Seiten ist das meist nach kurzer Zeit erledigt, bei großen Shops dauert es länger. Backlinks musst du nicht anfassen, die Weiterleitung fängt sie ab. Wichtige Links, etwa aus Branchenverzeichnissen oder dem Google-Unternehmensprofil, passt du trotzdem an, weil das einen Sprung spart.
Ein Fehler, den ich öfter sehe: Nach dem Wechsel bleibt in der Konfiguration ein alter Block übrig, der die frühere Hauptvariante weiter mit 200 ausliefert. Der curl-Loop von oben zeigt das sofort. Lass ihn nach jeder Änderung am Server einmal laufen, das kostet zehn Sekunden.
Und noch ein Mythos, der sich hält: „Ohne www sieht Google die Domain als stärker an.“ Dafür gibt es keinen Beleg. Wie wenig der Hostname insgesamt für das Ranking bedeutet, zeigt der Grundlagenartikel zu Domain und SEO.
Search Console, Canonicals und Sitemap
Die Adressänderung in der Search Console ist für den Wechsel zwischen www und ohne www ausdrücklich nicht gedacht, das schreibt Google in der Hilfe zur Adressänderung. Weiterleitung und Canonical reichen. Lege am besten eine Domain-Property per DNS-TXT-Eintrag an, die deckt beide Varianten und beide Protokolle ab.
Prüfe danach drei Stellen: Das <link rel="canonical"> zeigt auf die gewählte Variante, die XML-Sitemap enthält nur diese, und das CMS hat die richtige Basis-URL hinterlegt. WordPress-Websites mit falscher „Website-Adresse“ in den Einstellungen erzeugen gern interne Links auf die Nebenvariante, die dann jedes Mal durch die Weiterleitung laufen. Steht gleichzeitig noch die Umstellung auf HTTPS an, erledigst du beides in einem Rutsch.
Wenn du für ein neues Projekt erst noch eine Domain brauchst, kannst du bei betadomain deinen Wunschnamen prüfen und gleich eine .de-Domain registrieren. Danach setzt du A- und AAAA-Einträge für die Wurzel und entscheidest dich, bevor die erste Seite live geht. Die Endungen im Vergleich findest du in der aktuellen Preisliste.
Schritt für Schritt
- Variante festlegenEntscheide, ob die Website unter beispiel.de oder www.beispiel.de laufen soll. Bestehende Websites behalten am besten die Variante, die schon indexiert ist.
- DNS für beide Hostnamen einrichtenA- und AAAA-Einträge für die Domain-Wurzel, für www entweder ebenfalls A/AAAA oder ein CNAME auf die Wurzel. Beide müssen erreichbar sein, damit die Weiterleitung greift.
- Zertifikat für beide Namen ausstellenDas TLS-Zertifikat muss beispiel.de und www.beispiel.de enthalten, sonst sehen Besucher der Nebenvariante eine Warnung statt der Weiterleitung.
- 301-Weiterleitung einrichtenDie Nebenvariante per 301 auf die Hauptvariante umleiten, mit vollständigem Pfad und Query-String, für http und https.
- Canonicals, Sitemap und interne Links anpassenCanonical-Tags, XML-Sitemap und interne Links verwenden ausschließlich die gewählte Variante.
- Mit curl prüfenAlle vier Kombinationen aus http/https und mit/ohne www aufrufen. Jede muss in höchstens einem Schritt auf der Hauptvariante landen.
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Häufige Fragen
Ist www oder ohne www besser für SEO?
Keins von beiden. Google hat nie eine Variante bevorzugt. Ein Problem entsteht nur, wenn beide Versionen mit Status 200 antworten, denn dann hat Google zwei Kopien deiner Website und wählt selbst aus, welche es zeigt.
Verliere ich Rankings, wenn ich von www auf ohne www wechsle?
Mit sauberen 301-Weiterleitungen auf jede einzelne URL ist das ein kleiner Umzug, den Google gut verarbeitet. Kurzfristige Schwankungen sind möglich. Die Adressänderung in der Search Console ist dafür weder nötig noch vorgesehen.
Warum funktioniert meine Domain ohne www nicht?
Meist fehlt ein A- oder AAAA-Eintrag für die Domain selbst, weil nur www per CNAME eingerichtet wurde. Ein CNAME ist auf der Domain-Wurzel laut DNS-Standard nicht erlaubt, dort brauchst du A/AAAA oder die ALIAS-/Flattening-Funktion deines DNS-Anbieters.
Muss ich in der Search Console beide Varianten anlegen?
Nicht, wenn du eine Domain-Property per DNS-Eintrag verifizierst. Die umfasst www, ohne www, http und https in einem Bericht. Mit URL-Präfix-Properties bräuchtest du jede Variante einzeln.